Dein Weg. Deine Ziele. Deine Zukunft.
Individuell lernen. Gemeinsam wachsen. Die eigene Zukunft gestalten.
Jedes Kind ist einzigartig. Es bringt eigene Stärken, Interessen, Erfahrungen und Voraussetzungen mit an unsere Schule. Ebenso individuell ist die Art und Weise, wie es lernt.
Mit unserem Lernkonzept möchten wir dieser Vielfalt gerecht werden. Wir schaffen Raum für individuelle Lernwege, fördern die Selbstständigkeit unserer Schülerinnen und Schüler und begleiten sie dabei, zunehmend Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu übernehmen.
Dabei geht es uns nicht darum, dass Kinder bereits selbstständig lernen können müssen. Vielmehr möchten wir sie Schritt für Schritt dabei unterstützen, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken, geeignete Lernstrategien zu entwickeln und Vertrauen in sich selbst zu gewinnen.
Unser Ziel ist es, dass unsere Schülerinnen und Schüler erleben: Ich kann mein Lernen aktiv mitgestalten. Ich darf meinen eigenen Weg finden. Und ich habe Menschen an meiner Seite, die mich dabei begleiten.
Die beiden zentralen Bausteine unserer Lernreise sind die Lernwerkstatt und das Lerncoaching. Sie verbinden individuelle Lernmöglichkeiten mit einer verlässlichen persönlichen Begleitung.
Die Lernwerkstatt – mein Lernen, mein Weg
In der Lernwerkstatt erhalten unsere Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihren Lernprozess zunehmend selbst zu gestalten.
Hierfür werden in den Fächern Deutsch und Mathematik sowie teilweise in Englisch und/oder einem Nebenfach Unterrichtsstunden als Lernwerkstattstunden ausgewiesen. In diesen Stunden entscheiden die Schülerinnen und Schüler selbst, mit welchem der beteiligten Fächer und mit welchen Lernzielen sie sich beschäftigen möchten.
Vielleicht steht eine Klassenarbeit bevor und ein Kind möchte bestimmte Inhalte noch einmal wiederholen. Vielleicht hat es ein Thema bereits gut verstanden und möchte sich einer neuen Herausforderung stellen. Oder es benötigt für eine Aufgabe einfach etwas mehr Zeit, um einen Sachverhalt wirklich zu durchdringen.
Die Lernwerkstatt schafft Raum für diese unterschiedlichen Bedürfnisse.
- Unterschiedliche Wege – gemeinsame Lernziele
Die fachlichen Lernziele sind vorgegeben. Der Weg dorthin kann jedoch ganz unterschiedlich aussehen.
Zu jedem Lernziel stehen vielfältige Materialien, Aufgabenformate und Lernangebote in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zur Verfügung. Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise mit Erklärvideos, Lernspielen, haptischen Materialien, digitalen Angeboten oder klassischen Übungsaufgaben arbeiten.
Sie können sich mit anderen austauschen, gemeinsam Lösungen entwickeln oder sich bewusst für eine ruhige Einzelarbeitsphase entscheiden.
So lernen sie nach und nach herauszufinden, welche Lernstrategien ihnen helfen, welche Herausforderungen sie bereits selbstständig bewältigen können und wann sie Unterstützung benötigen.
Statt einen für alle identischen Aufgabenplan abzuarbeiten, setzen sich die Schülerinnen und Schüler innerhalb der vorgegebenen Lernziele eigene Schwerpunkte und planen, welche Schritte sie dafür gehen möchten.
- Selbstständigkeit entwickelt sich Schritt für Schritt
Kinder kommen mit ganz unterschiedlichen Lernerfahrungen aus der Grundschule zu uns. Während einige bereits mit offenen Lernformen und Wochenplänen vertraut sind, sammeln andere diese Erfahrungen erst bei uns.
Deshalb führen wir unsere Schülerinnen und Schüler behutsam an die Lernwerkstatt heran.
Nach den Herbstferien beginnen die ersten Lernwerkstattstunden. Bis zu den Weihnachtsferien haben die Kinder Zeit, sich schrittweise mit dieser Form des Lernens vertraut zu machen.
Dabei werden sie eng von ihren Lehrkräften begleitet. Diese geben Orientierung, unterstützen bei der Auswahl geeigneter Aufgaben, helfen bei Schwierigkeiten und regen dazu an, den eigenen Lernprozess zu reflektieren.
- Selbstständigkeit ist für uns keine Voraussetzung, sondern ein Lernziel.
Unser Ziel ist es, dass jedes Kind in seinem eigenen Tempo lernt, Verantwortung zu übernehmen und zunehmend selbst zu erkennen: Was kann ich schon? Was möchte ich erreichen? Und was brauche ich, um mein Ziel zu erreichen?
Das Lerncoaching – weil jedes Kind gesehen werden soll
Das Herzstück unseres Lernkonzepts ist das Lerncoaching.
Im Schulalltag begegnen uns viele unterschiedliche Persönlichkeiten. Manche Schülerinnen und Schüler suchen von sich aus das Gespräch, andere fallen durch besondere Leistungen oder Schwierigkeiten auf. Wieder andere arbeiten eher zurückhaltend und unauffällig.
Uns ist wichtig, dass jedes Kind unabhängig davon die Möglichkeit erhält, mit seinen individuellen Bedürfnissen, Gedanken und Stärken wahrgenommen zu werden.
Deshalb ergänzen wir die Lernwerkstatt nach den Weihnachtsferien durch ein regelmäßiges persönliches Lerncoaching.
- Zeit für mich und meinen Lernweg
In einem etwa zehnminütigen Gespräch nimmt sich eine feste Lehrkraft bewusst Zeit für die einzelne Schülerin oder den einzelnen Schüler.
Hier geht es nicht vorrangig um Noten oder die Bewertung schulischer Leistungen. Vielmehr steht das Kind mit seiner persönlichen Entwicklung und seinem individuellen Lernprozess im Mittelpunkt.
Wie geht es mir gerade? Was gelingt mir gut? Worauf bin ich stolz? Wo komme ich nicht weiter? Welche Ziele möchte ich erreichen? Was kann ich selbst dafür tun und welche Unterstützung brauche ich?
Diese und weitere Fragen bilden die Grundlage für die gemeinsamen Gespräche.
Die Schülerinnen und Schüler lernen, ihre eigenen Stärken und Herausforderungen wahrzunehmen, realistische Ziele zu formulieren und geeignete Schritte zu planen. Gemeinsam mit ihrer Lerncoachin oder ihrem Lerncoach reflektieren sie ihre Erfahrungen, überprüfen ihre Fortschritte und entwickeln bei Bedarf neue Strategien.
Dabei geht es nicht allein um fachliche Kompetenzen. Auch der Umgang mit Herausforderungen, die Zusammenarbeit mit anderen, die Fähigkeit zur Kommunikation und die bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen sind wichtige Bestandteile des Lerncoachings.
- Beziehung schafft Vertrauen
Vor allem aber bietet das Lerncoaching Raum für Beziehung und Vertrauen.
Die bisherigen Rückmeldungen unserer Schülerinnen und Schüler zeigen uns, wie wertvoll diese persönliche Begleitung für sie ist. Sie berichten, dass es ihnen guttut, regelmäßig Zeit für ein Gespräch zu haben, sich gesehen zu fühlen und eine feste Ansprechperson an ihrer Seite zu wissen.
Für uns ist das eine besonders wichtige Erfahrung: Lernbegleitung bedeutet nicht nur, bei fachlichen Schwierigkeiten zu helfen. Sie bedeutet auch, zuzuhören, Interesse zu zeigen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg des Erwachsenwerdens zu begleiten.
Jedes Kind soll erfahren: Ich werde gesehen. Ich werde ernst genommen. Ich bin mit meinen Herausforderungen nicht allein.
- Lernen für die Schule – und für das Leben
Mit unserem Lernkonzept möchten wir unsere Schülerinnen und Schüler nicht nur beim Erwerb fachlicher Kenntnisse unterstützen. Wir möchten ihnen zugleich Fähigkeiten vermitteln, die sie weit über ihre Schulzeit hinaus begleiten.
Wer gelernt hat, sich selbst Ziele zu setzen, eigene Stärken und Herausforderungen einzuschätzen, Verantwortung zu übernehmen und bei Schwierigkeiten nach Lösungen zu suchen, kann diese Erfahrungen auch auf neue Lebenssituationen übertragen.
Ob beim Übergang in eine Ausbildung, beim Besuch der gymnasialen Oberstufe, im Studium oder im späteren Berufsleben: Die Fähigkeit, das eigene Lernen und Handeln zu reflektieren, sich selbst zu organisieren und mit anderen zusammenzuarbeiten, bleibt von Bedeutung.
Unsere Lernwerkstatt bietet den Raum, diese Fähigkeiten im schulischen Alltag zu erproben. Das Lerncoaching ermöglicht es, die dabei gesammelten Erfahrungen bewusst wahrzunehmen, zu reflektieren und daraus neue Schritte abzuleiten.
Beide Bausteine ergänzen sich und bilden gemeinsam die Grundlage unserer Lernreise.
Dabei bedeutet individuelles Lernen für uns nicht, dass jedes Kind seinen Weg allein gehen muss. Wir möchten Selbstständigkeit fördern und zugleich Gemeinschaft stärken. Die Schülerinnen und Schüler lernen miteinander, unterstützen sich gegenseitig und erfahren, dass unterschiedliche Wege zu einem gemeinsamen Ziel führen können.
Denn jeder Weg ist anders. Und jeder Weg verdient es, begleitet zu werden.
- Unsere Lernreise entwickelt sich weiter
Unser Lernkonzept ist aus den langjährigen Erfahrungen mit der Freien Selbstständigen Arbeit (FSA) entstanden und wird seit dem Schuljahr 2023/24 Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern, den Eltern und den beteiligten Lehrkräften erproben wir neue Lernformen, werten Erfahrungen aus und gestalten die nächsten Schritte.
Wie unsere Lernreise entstanden ist, welche Erfahrungen wir bisher gesammelt haben und wohin wir uns als Schule entwickeln möchten, erfahren Sie auf unserer weiterführenden Seite.
→ Unsere Lernreise: Von der FSA zu neuen Lernwegen