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Zusammenarbeit der Generationen - ein WPU-Kurs mitten im Leben

Schülerinnen aus der achten Hauptschulklasse der Friedrich-August-Genth-Schule besuchen im Rahmen des WPU-Kurses „Zusammenarbeit der Generationen“ für ein Jahr jeden Mittwochvormittag das Seniorenheim Marie-Juchacz-Haus in Wächtersbach. Dabei leisten die Schülerinnen fleißig Hilfe und planen wöchentlich kleine Projekte mit den Bewohnern, wie Kochen, Basteln, Singen oder Spazierengehen.



Dieses Projekt mit den älteren Menschen soll die Generationen näher zusammenbringen, ihr Verständnis und den gegenseitigen Respekt füreinander fördern und das Zusammenleben erleichtern. „Was vor vielen Jahren noch selbstverständlich war, ist heute insofern problematisch geworden als dass unser schnelllebiger Alltag es kaum noch erlaubt, sich umeinander zu kümmern,“ erläuterte die Leiterin des Projektes, Cristina Lehrian.
Durch das Projekt soll die Sozialkompetenz bei den teilnehmenden Schülerinnen in besonderem Maße gefördert werden, was dann gelingt, wenn die Schülerinnen erfahren, wie wichtig Geduld, Rücksichtnahme und Kommunikation sind. Die Freude, die sie erfahren, wenn sie Zeit im Seniorenheim verbringen und den Menschen dort helfen, mit ihnen lachen und sich gegenseitig vom ihren Erfahrungen berichten, stärken das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl“, betont Schulleiter Gerhard Gleis.
Voller Freude und Spannung gingen die Schülerinnen an ihrem ersten Tag in das Seniorenheim und hatten bereits eine lange Liste mit Fragen vorbereitet. Thorsten Unthan, der Leiter des Seniorenheims, Ingeborg Zapp-Mack und Lucyna Maladyn-Bittner standen den Schülerinnen Rede und Antwort und hießen sie herzlich willkommen.
Gleich der erste Kontakt mit den Bewohnern ließ die anfänglichen Unsicherheiten der Mädchen, wie sie auf die Bewohner zugehen oder sich ihnen vorstellen sollten, schnell vergessen. Die Schülerinnen lebten sich schnell ein und es fiel beiden Seiten schwer, sich zu trennen. Trost spendete die Sicherheit, dass sich alle in einer Woche wiedersehen würden. Nach diesem ersten Treffen war klar: „Wir möchten wieder hin!“ Voller Emotionen und Ideen gingen die Mädchen nach Hause um ihre tollen Erfahrungen in den Portfoliomappen des WPU-Kurses zu dokumentieren.
Im Portfolio werden die Arbeit und die Erfahrung dokumentiert, wobei nach jedem Besuch eine bestimmte Aufgabe schriftlich erfüllt wird. Die Schülerinnen bekommen so die Gelegenheit, Fragen zu formulieren und ihre Erfahrungen aufzuschreiben.
Teamfähigkeit, Sozialkompetenz und Zuverlässigkeit sind Eigenschaften, die für eine gute Zusammenarbeit in einem Betrieb sehr wichtig sind und ihr Fehlen heute von vielen Arbeitgebern bemängelt wird.
Durch dieses Projekt bekommen die Schülerinnen nicht nur die Chance, all diese Kompetenzen zu schulen sondern haben vielleicht auch die Möglichkeit eine Ausbildungsstelle zu bekommen.
„Wir danken dem Team des Marie-Juchacz-Hauses dafür, dass es Schülerinnen der Friedrich-August-Genth-Schule die Möglichkeit eröffnet hat, diese Form der Kooperation zwischen den Generationen erproben zu können“, erklärten Cristina Lehrian und Schulleiter Gerhard Gleis übereinstimmend.