Beiträge

Wächtersbacher Lateinexperten erkunden ehemalige römische (Provinz-)Hauptstadt

 

Die Hausherrin beim Abendessen aus der Inschrift wird von Alisa Müller nachgestellt.

In der letzten Woche vor Beginn der Sommerferien trafen sich die Lateinschüler der Klassen 8 g, h, i, k der Friedrich-August-Genth-Schule unter Leitung ihres Lehrers Mario Wagner, und unter Begleitung von Beate Müller, der Mutter einer Schülerin,  zur Exkursion nach Köln. Nach einer knapp 3-stündigen Busfahrt, die mit heißen Kämpfen an den mitgebrachten Spielkonsolen aufgelockert wurde, pilgerte die Gruppe am Dom vorbei zum römisch-germanischen Museum.


„Kleider machen Leute“, das galt schon im Imperium Romanum und damit auch in der Hauptstadt der Provinz Niedergermanien. Auf Verlangen der Kaisergattin Agrippina wurde ihre Geburtsstadt 50 n. Chr. zur Colonia Claudia Ara Agrippinesium (CCAA) erhoben. Schon damals wurde mit dem Kleidungsstil auch eine gesellschaftliche Stellung ausgedrückt. Recht schnell konnte die Führerin uns Schülern erklären, worin Unterschiede zwischen adligen Römern (natürlich männlichen Geschlechts), Frauen sowie Kindern und Sklaven an der Kleidung erkennbar sind. Damit wir alle uns das besser vorstellen konnten, wurden dazu auch vier Schüler eingekleidet. Am Ende waren wir sogar in der Lage, lateinische Inschriften und die dazu gehörenden Bilder erklären und wussten, wer den Grabstein aufgestellt hat und welche gesellschaftliche Stellung er und alle anderen abgebildeten Leute hatten und konnten den Grabstein außerdem grob datieren.

Germane (Johannes Horstmann), Hausherrin/domina (Alisa Müller), Senator (Niclas Wittke) und römisches Mädchen Paula (Jenny Uhlmann)

Nach diesem abwechslungsreichen und sehr informativen Programm, widmeten wir uns dem nächsten Punkt: Die Unterschiede zwischen antikem und modernen Wirtschaftsleben anhand der modernen Basiliken (Kaufhäusern) oder Tavernen (Schnellrestaurants) zu erkunden. Dabei stellten wir fest, dass überfüllte Straßen und Läden in Köln alltäglich zu sein scheinen. Trotzdem quetschten wir uns durch die schmalen Gassen. Während es einige in die Kleidergeschäfte zog, schauten sich andere den Dom an oder hielten sich in einem bekannten Schnellrestaurant auf. Das Ergebnis (vor allem der Mädchen) konnte man dann nach den zwei Stunden shoppen eindeutig sehen: Tüten über Tüten im Bus aufeinander gestapelt! Dass es aber doch anstrengend war, sich den ganzen Tag auf den Beinen zu halten, hatte zur Folge, dass sich die meisten mit Freunde auf die Sitzplätze im Bus sinken ließen. Damals wie heute lohnt also Köln einen Besuch.

 

M. Wagner, A. Mazal