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Friedrich-August-Genth-Schule trotzt ‚Grippewelle‘ und ‚Schneemangel‘

 

109 Schüler der Friedrich-August-Genth Schule trotzten in diesem Jahr den wilden Gerüchten über Schneemangel und der über Wächtersbach eingefallenen Grippewelle und wurden dafür reichlich belohnt.

Mitte Februar starteten die 7g – 7h – 7k mit 2 Bussen in das altbewährte  Quartier der F-A-G nach Altenmarkt/Zauchensee im Pongau. Begleitet wurden sie von zwei ihrer Klassenlehrer: Maja Wiemann und Thorsten Göttlich. Die kommende Woche wollte man sich voll und ganz dem Thema ‚alpiner Skisport‘ widmen und den Schulalltag mal hinter sich lassen.

 

Die erste Herausforderung stellte dabei bereits die Busfahrt da. Waren wir wohl nicht die Einzigen, die sich in Richtung Alpen auf den Weg gemacht hatten. Nach 10 langen Stunden, sightseeing auf deutschen und österreichischen Autobahnen und Rasthöfen wurden die Schüler und ihre Begleiter herzlich vom Skiteam unter der Leitung von Rainer Donat und Anja Barwich in Empfang genommen. Jeder war froh, dass er sich endlich wieder recken und strecken konnte und so wurde der sonst unbeliebte Fußmarsch zum Intersport Schneider zwecks Skiausleihe gerne und gutgelaunt genutzt, um die ‚krumm gesessenen Knochen‘ wieder in Schwung zu bringen. Hier wurden die Schüler bereits von Herrn Führlich erwartet, der fachkompetent und schnell die Skiausleihe organisierte. Auf dem Rückweg zur Unterkunft wurde schon mal neugierig die Lage ‚gecheckt‘. Was hatten die Schüler aus dem letzten Jahr gesagt? ‚Billa – vorne links, Döner davor, total lecker… und wenn ihr billig einkaufen wollt, dann geht besser zum Spar‘. – ‚Klasse, alles so wie angekündigt – da kann ja nix mehr schiefgehen‘!

Im Haus angekommen, hat Herr Unkrich die  Einweisung in den Skikeller und das Beschriften der Helme übernommen, sodass jeder Ski und jeder Schuh für den Rest der Woche seinen festen Platz hatte und Verwechslungen nahezu ausgeschlossen waren. Und wer sich immer noch nicht sicher war, welcher Skischuh ihm gehört, da gab es die ‚gelben Karten‘, auf denen alle wichtigen Daten sowie Telefonnummer der Unterkunft vermerkt wurden.

Wer nun geglaubt hatte, dass mit dem Abendbrot der Tag in einer Chillphase enden würde, hatte sich doch arg getäuscht. Die Anfänger trafen sich mit Herrn Unkrich in der Mehrzweckhalle um das ‚richtige Tragen der Ski‘ und das ‚richtige Anziehen‘ zu besprechen, damit sie für den nächsten Morgen optimal vorbereitet waren. Die ‚Profis‘ versammelten sich mit Herrn Führlich im Seminarraum und wurden über den Ablauf der nächsten Tage informiert.

Um 21 Uhr hieß es dann ‚Nachtruhe‘ um fit zu sein für den nächsten Tag.

Und dann ging es endlich richtig los!

„Sperrige Skischuhe – lange unhandliche Bretter, Skistöcke, Helm, Handschuhe…!“ … ‚Na, das kann ja was geben‘.

Allen Widrigkeiten zum Trotz bestiegen alle Schüler vollständig bepackt unseren ‚privaten‘ Skibus, der uns direkt bis in die Weltcuparena beförderte.

Die ‚hohen Berge‘ jagten einigen Schülern zunächst einmal einen ordentlichen Schrecken ein, wie sie sich so sonnenbeschienen rechts und links der Straße aufbauten. „Never ever!“, „Ich bin doch nicht bekloppt, da fahr ich sicherlich nicht runter!“  und ähnliche Sprüche hörte man aus den hinteren Reihen. Wir haben das mal so stehen lassen… wussten wir doch nur zu gut, das auch dieses Jahr vermutlich die meisten Schüler am Ende der Woche sehr wohl genau da runter fahren würden.

Zwar ist aller Anfang schwer, aber bereits nach wenigen Versuchen rutschten die meisten Schüler kontrolliert die ersten Meter den Übungshang runter, unten eine elegante Bremsung und Voilà! …

Schnell wurde der Zauberteppich erobert und das mühsame Bergaufstapfen hatte ein Ende.

 

Nach der Mittagspause wurde der ‚Parcour‘ erobert. Der von Daniel Unkrich  vor 2 Jahren ins Leben gerufene Anfänger-Stationsbetrieb ermöglicht es jedem Schüler entsprechend seiner individuellen Fertigkeiten an speziell entwickelten Stationen frei und in einem selbstgewählten Lerntempo ohne Gruppendruck zu üben. Dieses Konzept knüpft an die Freie Selbstständige Arbeit (FSA) an, die viele Schüler aus dem Schulalltag kennen und verinnerlicht haben. Auf Stationskarten wird der Arbeitsauftrag erklärt und bildlich dargestellt. Bei Fragen stehen Kollegen und ausgebildete Skilehrer bereit um dem Schüler eine individuelle Rückmeldung über seine Leistung bzw. eine Fehlerkorrektur zu geben.

 

 

Dank des großen Entgegenkommens der Liftgesellschaft und des Liftpersonals ist es uns möglich, den Schülern mit Stangen, Hütchen, Seilen, Schortis, Kippern und Puscheln einen Schonraum mit Slalomstrecken, Ausweich- und Bremsstationen, Sprungschanzen etc. zu ‚bauen‘, indem sie ungestört spielerisch an ihrer Fahrtechnik und Sicherheit arbeiten können und unbewusst vielschichtige Lernerfolge erzielen, die eine  wichtige Grundlage für ein kontrolliertes und sicheres Fahren im Skigebiet darstellen. Am Nachmittag ging es erschöpft, aber glücklich, zurück in das Jugendhotel, hatte man doch heute riesige Fortschritte gemacht. Wer vom Ski fahren noch nicht genug ausgepowert war, konnte sich in der Turnhalle bei Gefängnisballvariationen und Fußballspielen weiter austoben, bevor es um 21:30 Uhr hieß:“ Licht aus, Feierabend für heute!“

Für die nächsten Tage lautete das Motto – Üben, üben und noch mehr üben! Wer den Parcour sicher und kontrolliert durchfahren konnte, wurde in Kleingruppen mit einem Skilehrer auf die Piste entlassen, wo Herr Führlich die ‚Profis‘ seit Beginn der Woche mit gerutschten Schwüngen, Carvingtechnik und Kurzschwüngen „quälte“.

Zwischen den vielen tollen Erfolgserlebnissen und Lernfortschritten gab es leider ein kleiner Wermutstropfen. Klammheimlich hatte sich ein leichter Magen-Darm-Virus bei uns eingeschlichen. Gemischt mit der körperlichen Anstrengung und dem wenigen Schlaf fiel ihm pro Nacht mindestens ein Schüler zum Opfer. Zum Glück erholten sich alle Schüler sehr schnell, sodass sie meist am nächsten Tag wieder auf den Brettern stehen konnten um die Pisten weiter unsicher zu machen.

Wie jedes Jahr, war auch diese Woche wieder mal viel zu kurz und als es am Freitag hieß: ‘Ski abgeben‘, wären viele gerne noch weiter gefahren. Auch das Skiteam mit Anja Barwich, Rainer Donat, Daniel Unkrich, Maja Wiemann, Thorsten Göttlich, Joe Führlich, Dieter Weber und Olaf Jahn hätten mit dieser Truppe gerne noch ein paar gemeinsame Tage verbracht. Alle Schüler haben riesige Lernfortschritte gemacht und das Allerwichtigste: Es gab keine Verletzten!

 

Eine Woche später  um 0:45 startete überpünktlich die Klassen 7L und 7d mit ihrer Begleitung Ulla Stein in Wächtersbach. Als um 8:00 unser Telefon klingelte und ein fröhliches ‚Guten Morgen, wir sind gleich da‘ ertönte, wurde es im Haus leicht hektisch. So früh hatten keiner mit der Ablösung gerechnet. Schnell wurden die restlichen Betten abgezogen, Zimmer besenrein gemacht, Koffer geschleppt und dann bog er auch schon um die Ecke, der Bus mit den ‚Neuen‘. Ein kurzes ‚Hallo!‘, ein schneller Austausch der neusten Neuigkeiten und dann war sie auch schon verschwunden, die erste Gruppe.

Für Rainer Donat, Anja Barwich, Daniel Unkrich, Joe Führlich, Dieter Weber und Olaf Jahn ging es nahtlos in die zweite Runde. Zimmer wurden bezogen, Ski ausgeliehen und die Örtlichkeiten erkundet. Wieder erfolgte eine Anfängerbelehrung, eine Wiederholung der Hausordnung und Pistenregeln. Nach dem Abendbrot war dann für den ersten Tag sehr bald Schluss, steckte doch allen die Nachtfahrt in den Knochen.

Der erste Skitag brachte dann viel Neues mit sich. Schnell wurden die elementaren Dinge verinnerlicht, sodass bereits vor der Mittagspause fast alle Schüler die ersehnte Aufstiegshilfe ‚Zauberteppich‘ benutzen durften. Und dann ging alles ganz schnell. Schrägfahrt, erste unbewusste Richtungsänderungen, Bremsen und … ab an den Tellerlift und in den Parcour.

Bis Donnerstag haben es alle Schüler geschafft den Tellerlift (Übungshang) zu verlassen und in Kleingruppen mit ihrem Skilehrer durch das Skigebiet zu fahren.

Besonders beeindruckt hat uns die Gruppe, die zuletzt den Übungshang verlassen hat. Ihr Lernzuwachs war derart groß, dass sie den anderen Gruppen in nichts nachstanden. Dies zeigte sich besonders am letzten Nachmittag, als die Schüler ihre Gruppe selber wählen durften. Könner und Anfänger fuhren bunt gemischt mit ihren Skilehrern über die Pisten und machten auch nicht halt vor engen Ziehwegen und schwarzen Pisten. Die Profis staunten nicht schlecht über ihre Klassenkameraden.

Und um auf die Äußerung vom Anfang des Berichtes zurückzukommen: Nein, unsere Schüler sind nicht ‚bekloppt‘ und trotzdem sind sie alle genau diese Berge runtergefahren, die ihnen zu Beginn der Woche so viel Respekt eingeflößt haben.

An dieser Stelle möchte sich das Skiteam um Rainer Donat und Anja Barwich für die sensationelle Unterstützung durch: Daniel Unkrich, Maja Wiemann, Thorsten Göttlich, Joe Führlich, Dieter Weber, Olaf Jahn und Ulla Stein bedanken. Nicht zuletzt durch die reibungslose Zusammenarbeit und das unkomplizierte Miteinander, konnten auch ‚kritische Situationen‘ problemlos gemeistert und die Skiwochen zu einem von Erfolg gekrönten unvergesslichen Erlebnis werden lassen.

 

 

Gruppenfoto mit den Klassen 7 l und 7 d