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Römer, Reisen und Religion

Eine Studienfahrt per Bahn nach Mainz unternahmen die Lateinschüler der 8. Gymnasialklassen der Friedrich-August-Genth-Schule mit ihrem Lehrer Studienrat Mario Wagner. Ziel war die ehemalige Provinzhauptstadt Obergermaniens, Mogontiacum.

Nach einem Blick auf das dortige Theater, das früher bis zu 10.000 Personen fasste, wurde von den Lateinern das Museum für antike Schifffahrt angesteuert, denn in Mainz sind sechs von weltweit 36 antiken Römerschiffen gefunden worden. Wie sahen damals römische Schiffe aus? Ruderten Soldaten oder Sklaven? Wie schnell waren die Schiffe? Diese und weitere Fragen konnte die Museumsführerin den Schülern fachgerecht beantworten. Sie erzählte von der Bauweise der Schiffe, von den Bedrohungen durch die Germanen und von den Kampftechniken, davon, dass manche Schiffe wohl über 100 km/h schnell waren und zeigte eine fast automatische Pfeilschleuder. Inschriften von Grabmahlen konnten die Schüler übersetzen und die typische Kleidung eines Flottenadmirals testen. Anschließend konnten sich die Schüler auf dem Weg über den Weihnachtsmarkt am Dom mit der aktuellen Ausprägung von Religion und Kommerz beschäftigen, bevor sie in die antike Tempelanlage des Isis-und-Magna-Mater-Heiligtums eintraten. Dort erfuhren sie, dass man schon im ersten Jahrhundert diese Gottheiten in Mainz verehrte. Unter den drei Themen Verehrung, Votivgaben und Verfluchung stellte der Führer den Schülern die damalige Religionspraxis vor.

Besonders faszinierend waren die Verwünschungen, sowohl durch Misshandlung von Tonfiguren (ähnlich wie Voodoo-Puppen heutzutage) als auch Verfluchungen durch Texte auf bleiernen Fluchtafeln, in denen man der verhassten Person nichts Gutes wünschte. Mit einem Gang durch die Geschäfte von Mainz beendeten die Schülerinnen und Schüler den Ausflug, bevor alle pünktlich und zufrieden mit neuen Erlebnissen, Erkenntnissen und auch Geschenken den Rückweg nach Wächtersbach antraten.

Bilder:

Die Lateinklasse vor der Rekonstruktion eines antiken Römerschiffs (links oben)

Raphael Woll als Flottenadmiral (rechts oben)

Herr Wagner als Flottenadmiral