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Durch Methodentraining die individuelle Lernkompetenz verbessern

Wie lerne ich am besten und verbessere meine Lesekompetenz? Können Eier wirklich fliegen? Soziale Netzwerke „like or dislike“?

Diese und weitere Inhalte untersuchten eifrig die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5, 7 und 9 der Friedrich-August-Genth-Schule gemeinsam mit ihren Klassenlehrern an drei Methodentrainingstagen.

Das „selbstständige Lernen“ und das Beherrschen verschiedener Methoden sind zentrale Voraussetzung für einen erfolgreichen schulischen und beruflichen Werdegang. Empirische Forschungen zeigen aber, dass 50% der Lernschwierigkeiten von Schülern auf fehlende Methoden und Strategien zurückzuführen sind, das eigene Lernen zu planen. Lernen ohne zu wissen „wie denn eigentlich?“, kann vor allem bei lernschwächeren Schülern neben Lernschwierigkeiten bis hin zu Lernversagen führen.

Daher wird bereits seit 10 Jahren das Methodentraining an der Friedrich-August-Genth-Schule durchgeführt. Ziel der Trainingstage ist es mit den Schülern elementare Lern- und Arbeitstechniken zu erproben, die dabei helfen, neue Wissensinhalte zu erschließen und das Gelernte selbstständig auf andere Situationen übertragen zu können. Um die erprobten Methoden zu festigen, werden diese in den folgenden zwei Jahren in verschiedenen Fächern geübt und die Schüler begleitet ein Dokumentationsbogen als Nachweis ihrer individuellen Methodenkompetenz.

Darüber hinaus umfasst das Methodentraining die Förderung der Kommunikation, der Kooperation sowie der Lesekompetenz.  Ausgehend vom Grundsatz des Schweizer Pädagogen Pestalozzi (1746-1827) „Lernen mit Herz, Hand und Kopf“ ist es vor allem die Methodenvielfalt, die beim Arbeiten und Lernen hilft und die Behaltensleistung steigert. Schüler behalten etwa 20% von dem, was sie hören, 30% von dem, was sie sehen, 50 % von dem, was sie hören und sehen, aber rund 80 – 90 % von dem, was sie sich in tätiger Weise aneignen. Nicht umsonst steckt im dem Wort begreifen „greifen“.

Ausgehend von diesen Erkenntnissen ist das Methodentraining an der Friedrich-August-Genth-Schule verbindlicher Bestandteil des Unterrichts. Schulleitungsmitglied Christiane Edo Ros erklärt: „Das Methodentraining ist wie eine tragende Säule eines Hauses. Die methodische Schulung beginnt ganz bewusst im fünften Schuljahr und wird ständig im Sinne von Lernspiralen wiederholt und vertieft.“

So stand das Training der Jahrgangsstufe 5 unter dem Aspekt „Lernen lernen“. Während die Organisation von Hausaufgaben, Heften und Arbeitsplatz zu Beginn des Schuljahres thematisiert worden ist, ging es nun um das gezielte Arbeiten in einer Gruppe, welches das Miteinander fördert und zusätzlich dem besseren Kennenlernen der Klassenkameraden dient. Neben dem systematischen Erschließen und Wiedergeben eines Sachtextes war der dritte Tag dem Lernen an Stationen gewidmet. Zuvor konnten die Schüler durch einen Lerntypentest für sich herausfinden, wie sie am besten lernen und die verschiedenen Lernkanäle im anschließenden Stationsdurchlauf kennenlernen.

In den siebten Klassen lag der Schwerpunkt der Trainingstage auf kooperativen Lern- und Arbeitsformen. Die Schüler wurden durch das praktische Experiment des „Eierfluges“ für gemeinsame Lösungen sensibilisiert und entwickelten am zweiten Tag in Gruppen einen visualisierten Vortrag. Das Training wurde am dritten Tag mit einer Präsentation (visualisierter Vortrag, Wandzeitung, Quiz, Kreuzworträtsel am PC..) der Gruppenarbeitsergebnisse zu einem frei wählbaren Thema abgeschlossen.

In den Klassen der Jahrgangsstufe 9 zog sich das Thema „Präsentieren“ wie ein roter Faden durch die drei Tage. Nachdem mit Hilfe improvisierter Vorträge Regeln für eine gelungene Präsentation formuliert wurden, ging es im Folgenden darum inhaltliche Aspekte zu einem Thema zu sammeln, zu ordnen, zu strukturieren und in eine formale Gliederung münden zu lassen. Am darauf folgenden Tag lernten die Schüler das sogenannte Assessment-Verfahren kennen, ein Auswahlverfahren, das Unternehmen nutzen, um den geeignetsten Bewerber für die zu besetzende Stelle auszuwählen.

Über verschiedenen Recherchemöglichkeiten und Stoffordnungsarbeiten, bezüglich verschiedener Rollen, mündete die geleistete Vorarbeit am Abschlusstag in einer groß angelegten, als TV- Show gestalteten Debatte. Hier mussten die gesammelten Ergebnisse kreativ und äußerst überzeugend umgesetzt werden.

Neben der intensiven Schulung der für die schulische und berufliche  Ausbildung der Schüler so wichtigen Schlüsselqualifikation Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und selbstständigem Lernen erklärt die für das Methodentraining an der FAG zuständige Kollegin Tanja Relecker,„ist es sehr schön in Schülerevaluationen zu lesen, „das Methodentraining hat viel Spaß gemacht“, „weiter so“, aber auch konkrete Verbesserungsvorschläge von Schülerseite zu erhalten“.

„In den Klassenkonferenzen wird nun festgelegt, in welchem Fach welche erlernte Methode angewandt und weiter geübt werden soll, damit das Prinzip der Nachhaltigkeit gewährleistet ist,“ betonte Schulleiter Gerhard Gleis.