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Umgang mit Hochbegabung wird zum Profilschwerpunkt

Das Thema „Hochbegabtenförderung“ wird auch künftig an der Friedrich-August-Genth Schule Wächtersbach großgeschrieben und der Umgang damit wird intensiviert, denn zu diesem Thema bilden sich derzeit die Lehrkräfte Lisa Kadach und Mark Zadra fort. Der Grundstein wurde bereits mit der Teilnahme an der Fachtagung „Hochbegabung“ am Gustav-Stresemann-Gymnasium in Bad Wildungen gelegt, an der u.a. Professor Rost vom Institut für Psychologie an der Universität Marburg und Mitarbeiter der Beratungsstelle BRAIN sowie des Hochbegabtenzentrums der Volkshochschule Frankfurt am Main vortrugen. Der Zuhörerschaft wurde so ein erster Einblick in das Thema „Hochbegabung“ und in den Umgang mit hochbegabten SchülerInnen im Schulalltag gegeben.

Ab einem Intelligenzquotienten von ungefähr 130 gilt ein Mensch als hochbegabt, was auf ca. 2% der Gesellschaft zutrifft und nur durch einen IQ-Test messbar ist. Im Allgemeinen zeichnen sich Hochbegabte durch die Fähigkeit aus, sich außergewöhnlich schnell neue Inhalte und Prozeduren aneignen und einmal gewonnene Problemlösungen auf andere oder ähnliche Sachverhalte übertragen zu können. Zudem lernen sie besonders schnell aus bereits gemachten Erfahrungen.

Dies legt die Schlussfolgerung nahe, dass durch die Schulleistung Rückschlüsse auf die Intelligenz gezogen werden können, was auch tatsächlich in vielen, jedoch längst nicht in allen Fällen zutrifft, da hier zwischen Begabung und Leistung unterschieden werden muss: Auf der einen Seite gibt es hochleistende SchülerInnen, die ohne einen IQ ab 130 sehr gute Leistungen erbringen, auf der anderen Seite solche, die per definitionem hochbegabt sind, allerdings nur durchschnittliche oder sogar unterdurchschnittliche Noten haben, die sogenannten „Underachiever“. Aufgrund dieser Vielschichtigkeit ist es umso komplizierter, hochbegabte SchülerInnen angemessen zu fördern. Dies sollte sehr stark vom Einzelfall abhängig gemacht werden, denn nicht jede/r Schüler/in geht mit dieser „Sonderrolle“ gleich gut um bzw. wird von den MitschülerInnen stets akzeptiert. Fördermöglichkeiten wären u.a. die Differenzierung des Unterrichtsstoffs, das Übernehmen einer Tutorfunktion, der Besuch von bilingualen Kursen oder sogar die Gasthörerschaft an einer Universität.

Aufgrund der Komplexität dieses Themas wird die Fachtagung durch die mehrmonatige Fortbildungsreihe „Hochbegabte erkennen und fördern“ der Universität Frankfurt am Main ergänzt. Somit kann an der Friedrich-August-Genth Schule in Zukunft noch besser auf hochleistende und hochbegabte SchülerInnen eingegangen werden.

„Wir sind sicher durch diese intensive Fortbildung die Schülerinnen und Schüler an unserer Schule, die hochbegabt sind, noch besser erkennen, fördern und unterstützen zu können,“ betont Schulleiter Gerhard Gleis.