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Hospiz macht Schule

Informationsveranstaltung der Hospizgruppe „Lichtbogen“ an der Wächtersbacher Friedrich-August-Genth-Schule

Vor wenigen Tagen  besuchten Angehörige der Hospizgruppe „Lichtbogen“ aus  Wächtersbach die Friedrich-August-Genth-Schule. Hierbei informierten Helga  Vaeth und Lutz Kudrnac über ihre Arbeit mit Kranken, Sterben und deren Angehörigen.

Die Idee, Sterbenden einen Ort zu bieten, an dem sie in Ruhe die letzten Tage ihres Lebens verbringen können, stammt bereits aus dem Mittelalter. Damals übernahmen Klöster und Kirchen diese Aufgabe, aber auch Armenhäuser und Herbergen boten den Todgeweihten eine letzte Obdach. Anders als damals kommen heute die Mitglieder der Hospizgruppe jedoch direkt ins Haus derjenigen Menschen, die sich mit schwerer Krankheit oder baldigem Tod auseinandersetzen müssen.

Unterstützt von der Evangelischen Kirche und finanziert durch Stiftungsgelder und private Spenden, bieten die ehrenamtlich arbeitenden Hospizhelferinnen und –helfer allen Bedürftigen unabhängig von Konfession, Religion oder Weltanschauung nicht nur regelmäßige Besuche, Gespräche und seelsorgliche Betreuung an, sondern vermitteln auch Beratung zur Linderung von Schmerzen. 

Über 50 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Friedrich-August-Genth-Schule hatten sich im evangelischen Religionsunterricht  der Lehrkräfte Mario Wagner und Hartmut Stein über mehrere Wochen hinweg mit  Sterben, Tod und Auferstehung auseinandergesetzt und waren mit zahlreichen Fragen gekommen, die sie den Mitgliedern der Hospizgruppe stellen konnten. So gaben Helga Vaeth und Lutz Kudrnac zu allen Facetten ihrer Arbeit geduldig Auskunft. Dabei herrschte eine konzentrierte Stille und Nachdenklichkeit, die wahrscheinlich nur selten im „normalen“ Unterricht zu finden ist. Die Jugendlichen fragten  nicht nur nach der persönlichen Motivation der Hospizhelferinnen und- helfer und ihren psychischen Belastungen, sondern auch nach ihrer Ausbildung und der Finanzierung aller notwendigen Maßnahmen. Hierbei wurde deutlich, wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler der Genth-Schule persönlich mit dem schwierigen Thema auseinandersetzten und mit welch großem Interesse die Arbeit von „Lichtbogen“ verfolgt wurde.