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Ein Tag durch die Geschichte

Nach zahlreichen Ausflügen der Französisch-Schüler haben nun auch die Lateiner der neunten und zehnten Jahrgangsstufen der Friedrich August Genth Schule etwas zu berichten. Am 29. November ging es für sie ab nach Trier, wo ein Tag voller Geschichte auf sie wartete.

Der Tag begann mit einer dreistündigen Busfahrt nach Trier, was paradoxer Weise direkt an der französischen Grenze liegt. Dort wurde zuerst die Porta Nigra, das Erkennungszeichen der Stadt, unter die Lupe genommen. Sie ist das einzig übriggebliebene Stadttor der Römer. Porta Nigra heißt (für alle Nicht-Lateiner) "Schwarzes Tor". Einst soll die Porta Nigra aus hellem Stein gebaut, allerdings durch Umwelteinflüsse wie sauren Regen oder Abgase schwarz geworden sein. Doch später sollten die Schülerinnen und Schüler mehr über Geschichte und Geschehen Triers erfahren. Denn zuerst hatten sie die Möglichkeit sich einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Anschließend daran ging es richtig los. Die Lateiner wurden von einer echten Senatorin begrüßt, welche zuerst irritiert war von der Kleidung der Mädchen. Doch auch, dass die Mädchen lesen und schreiben können würden und noch nicht verheiratet seien, wunderte sie sehr. Danach führte sie die Schülerinnen und Schüler durch ihre Stadt, die sich wohl seit dem römischen Reich sehr verändert haben muss, wie sie berichtete. Es ging quer durch die Altstadt vorbei an Kirchen und historischen Gebäuden und dem Trierer Weihnachtsmarkt, direkt zu den Thermen. Dort konnten sich die durchgefrorenen Schüler einen Moment aufwärmen, bevor die Führung fortgesetzt wurde. Aber trotz des Besuchs im Warmbad mit Fußbodenheizung wurde es ihnen nicht wärmer. Auch unterirdisch gab es einiges zu sehen. Sich durch die engen Gänge und Kanalisationen zwängend bekamen die Schüler einen Einblick in das Leben der hart arbeitenden Sklaven. Mit großer Begeisterung erzählte die Senatorin von ihrer Kindheit in den Thermen, wo sie Tag ein Tag aus mit ihren Freunden gespielt hatte. Heute sind die Thermen jedoch nur noch zu erahnen, denn im Laufe der Zeit wurden sie abgenutzt, beispielsweise als Steinbruch.

Gleich darauf hatten die Lateiner und Lateinerinnen wieder Zeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Dabei war der Weihnachtsmarkt ein beliebtes Ziel. Wer glaubt, der Tag neigt sich nun seinem Ende zu, die Schülerinnen und Schüler steigen in den Bus und fahren nach Hause, täuscht sich gewaltig, denn trotz Einbruch der Dunkelheit hatten sie noch ein straffes Programm vor sich. Weiter ging es im „Landesmuseum Rheinland-Pfalz“, wo eine Zeitreise auf die Schülerinnen und Schüler wartete. Von der Steinzeit über die Bronzezeit zur Eisenzeit ab zu den Kelten und schließlich zu den Römern, was die Lateiner natürlich besonders interessierte. Dabei spielte vor allem Religion eine große Rolle. Als sie dann wieder im hier und heute landeten, wartete der größte jemals gefundene römische Goldschatz auf sie. Die Geschichte des Fundes ließ so manche Mundwinkel amüsiert nach oben zucken und auch die Lehrer Herr Wagner, Herr Stehling und Frau Kadach staunten nicht schlecht. Denn der Schatz wurde auf einer Baustelle - nicht etwa von den dafür zuständigen (und auch anwesenden) Archäologen, sondern von einfachen Arbeitern gefunden. Zuerst ließen diese den bis dahin unbekannten Schatz unbemerkt mitgehen, doch aus schlechtem Gewissen brachten sie ihn  zurück. Bis heute sei nicht klar, ob der gesamte Goldschatz nun in den Händen des Museums sei oder ob die Arbeiter vielleicht doch noch einen Teil in die eigene Tasche gesteckt haben, berichtete der Museumsführer. Anschließend an die Führung hatten die Schülerinnen und Schüler erneut Zeit sich die Füße in der weihnachtlichen Stadt zu vertreten, bevor der Bus zur dreistündigen Heimfahrt wieder alle einsammelte.

Das Gemeinschaftsprojekt der Neunt- und Zehntklässler stärkte den jahrgangsübergreifenden Zusammenhalt und war eine gelungene Abwechslung zum meist trockenen Lateinunterricht. Das gemeinsame Erleben von Geschichte macht immer wieder Spaß und wird von den Schülerinnen und Schülern gerne angenommen. Kurz gesagt - ein gelungener Tag quer durch die Geschichte - mit dem Ende im hier und jetzt.

 

(verfasst von Anna-Lena Simon, Klasse 09 g)